Die Kohlefaser bekommt die Aufmerksamkeit, aber in einem geklebten Verstärkungssystem leistet das Epoxidharz die unsichtbare Arbeit: Es überträgt Spannungen vom Bauwerk in die Faser. Wenn der Klebstoff versagt, ist die Festigkeit der Faser irrelevant. Das Verständnis der verschiedenen Epoxidharze — und die Beachtung ihrer Mischung und Anwendung — ist für eine dauerhafte Installation unerlässlich.
Die drei Aufgaben des Epoxidharzes
Ein typisches CFRP-System verwendet bis zu drei verschiedene Epoxidharzprodukte, die jeweils für einen bestimmten Zweck formuliert sind. Die Grundierung hat eine niedrige Viskosität, damit sie in die Betonporen eindringt und die Haftgrundlage schafft. Das Tränk- (Sättigungs-) Harz benetzt das Gewebe bei der Nasslaminierung, füllt die Webstruktur und verbindet die Matte mit der grundierten Oberfläche. Der Plattenklebstoff ist eine dicke, thixotrope Paste, die vorgehärtete Lamellenstreifen ohne Durchhängen oder Verlaufen auf dem Untergrund hält. Ein verwandter thixotroper Epoxidspachtel wird verwendet, um die Oberfläche vor dem Auftragen des Gewebes zu nivellieren.
Warum sie nicht austauschbar sind
Die Viskosität und Thixotropie jedes Produkts sind auf seine Aufgabe abgestimmt. Wenn man ein flüssiges Tränkharz zum Kleben einer Platte verwendet, läuft es ab und lässt die Verbindung verhungern; wenn man einen dicken Plattenklebstoff zum Tränken eines Gewebes verwendet, dringt er nie in die Webstruktur ein. Die Produkte werden auch als System getestet und zertifiziert: Die veröffentlichten Bemessungswerte der Faser setzen das zugehörige Harz voraus. Der Austausch einer Komponente durch einen anderen Hersteller macht diese geprüfte Leistung ungültig.
Mischung und Topfzeit
Strukturelle Epoxidharze sind zweikomponentig (Harz und Härter) und äußerst empfindlich gegenüber dem Mischungsverhältnis. Mischen Sie immer die vordosierten Einheiten im angegebenen Verhältnis — teilen Sie Kits nicht nach Augenmaß auf — und mischen Sie gründlich, bis die Farbe gleichmäßig ist, wobei Sie die Seiten des Behälters abschaben. Nach dem Mischen hat das Epoxidharz eine begrenzte Topfzeit, bevor es zu gelieren beginnt; danach haftet das Material nicht mehr richtig, selbst wenn es noch bearbeitbar aussieht. Mischen Sie nur so viel, wie Sie innerhalb dieses Zeitfensters verarbeiten können.
Temperatur und Feuchtigkeit
Aushärtegeschwindigkeit und Topfzeit hängen stark von der Temperatur ab. Bei heißem Wetter geliert das Epoxidharz schneller, was die Verarbeitungszeit verkürzt; bei kaltem Wetter härtet es langsam aus und erreicht möglicherweise nicht die volle Festigkeit — die meisten Systeme geben eine Mindesttemperatur des Untergrunds vor. Der Untergrund sollte über dem Taupunkt liegen und frei von stehendem Wasser sein, es sei denn, das Produkt ist speziell eine feuchtigkeitstolerante Sorte. Befolgen Sie das technische Datenblatt für das zulässige Temperaturfenster.
Gesundheit und Handhabung
Unausgehärtete Epoxidharze und Härter sind reizend und sensibilisierend. Tragen Sie Handschuhe und Augenschutz, sorgen Sie für Belüftung und befolgen Sie das Sicherheitsdatenblatt. Ausgehärtetes Epoxidharz ist inert, aber die Misch- und Anwendungsphase erfordert angemessene Vorsichtsmaßnahmen.
Behandeln Sie den Klebstoff als das konstruktive Herz des Systems, nicht als einen universellen Leim, und die Kohlefaser wird die Festigkeit liefern, für die sie ausgelegt ist.